ABOUT BLANK | Ein total ernst gemeinter offener Brief an das Heyzel
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Ein total ernst gemeinter offener Brief an das Heyzel

Liebes Heyzel,

vielen Dank, dass ihr mir nicht auf meine Facebook-Nachricht geantwortet habt. Klar, wir hätten das auch privat klären können, aber ich finde, dass Briefe heutzutage eh zu kurz kommen und sowieso, vielleicht interessiert mein Anliegen ja noch ein paar mehr Leute:

Warum ist es bei euch verdammt nochmal nicht möglich EINE NORMALE TASSE zu bekommen? Selbst wenn ich mich direkt vor eurer Nase auf eure wunderbar bequemen rosa Stühlchen setzen würde, muss ich aus einem Plastik-oder Pappbecher trinken und versuchen, aus meinem Plastikschüsselchen mit meinem Plastiklöffelchen euren Nudelsalat zu essen. Ich meine klar, was sind denn schon 60 to-go Becher pro Jahr pro Kopf gegen ein Tankerunglück im Ozean. Subsumiert sich ja auch nicht mit den 80 Millionen deutschen Bürgern. Und ja, dass es Leute gibt, die keinen Kaffee trinken ist in dieser Argumentation auf jeden Fall ein absolut valider Einwand! Müll, Ressourcenverschwendung, schlechtes Gewissen – ist ja alles Pillepalle im Vergleich zu einem schönen gebrandeten Plastikbecher Pfirsich-Eistee – als ob jemand, der auf dem Rathausplatz sitzt daran zweifeln könnte, dass der gelbe Strohhalm nicht zu euch gehört! Wie kann es denn sein, dass man nur dann einen Keramikteller bekommt, wenn man einen PizzaWrap oder ein Panini bestellt? Heißer Käse mit Plastik ist kein Traummatch, aber warum geht das denn nicht auch mit euren anderen Sachen?

Auf eurer Facebookseite deklariert ihr euch als „Pub“: Wenn ich im Murdock´s, im O Sullivans oder im Murphy´s nach einem Getränk im Plastikbecher fragen würde, könnte ich mir vorstellen, mir damit ein lebenslanges Bingo-Verbot einzuhandeln – und das wäre absolut gerechtfertigt! Ihr seid Heyzels „Coffee“, aber im Vergleich zu euren direkten Nachbarn Henry´s und Eber, bei denen sowas wie to-go Becher gar keine Option sind, versprüht ihr wenig Kaffeehaus-Charme. Na gut, was die Öffnungszeiten angeht seid ihr den anderen weit überlegen, aber wenn ein Kaffee am Augsburger HotSpot sonntags lieber seine Himbeerwürfel für sich behält, ist auch keine ernst zu nehmende Konkurrenz.

Bitte, liebes Heyzel, versteh mich nicht falsch – ich mag euch immer noch! Klar, ich hab mir so, wie jeder andere auch, schon Gedanken darüber gemacht, ob euer Eistee nicht einfach der 1.5l Kanister vom Aldi ist, den ihr da mit ner schön aufgemotzten Preisspanne und einem Scheibchen Pfirsich verkauft. Und ja, ich gebs zu, ich bin mir sicher, dass ihr eure Slushies abends einfach mit Tequila vollpumpt und die als Frozen Strawberry Magaritas verkauft – aber hey, dafür ballern sie wenigstens ordentlich. Das eine oder andere anonyme Vögelchen hat mir auch schon gezwitschert, dass eure Mitarbeiterbedingungen auch nicht so stark sind, aber trotzdem: der Couscous Salat, der PizzaWrap und eure Musik haben mich noch nie enttäuscht!

Dass ihr am Moritzplatz raus musstet war ein herber Schlag für alle eingefleischten Fans, aber dafür gibts euch ja in Traumatmosphäre in der City Galerie und in mini am Kö – wenn das kein würdiger Ersatz ist! Ihr versteht das ja sicherlich: Dieses monströse Sparkassengebäude haben wir an diesem Standort wirklich dringend gebraucht! Ich persönlich finde ja den Weg vom Kö an den Moritzplatz schon zu weit ohne eine weitere Sparkassenfiliale… Und auch für dieses Hick-Hack mit eurem Namen hatten wir alle vollstes Verständnis – wer nicht im mom mod dabei war, hat praktisch sein Leben verwirkt. Den Preisanstieg, den es gratis zum Namenswechsel gab, hat auch niemand mitbekommen, das versichere ich euch! Und ja natürlich sagt jetzt jeder „Heyzel“ statt „POW WOW“. Dass sich die Leute als Zugezogene oder Touris entlarven, wenn sie Heyzel sagen, ist eine infame Lüge!

Trotzdem Leute, ihr seid eine der wenigen Kaffee-Ketten in Augsburg, ihr seid nicht der Dichtl, der Ihle oder der McDo – ihr könnt noch was reißen!

Ich bin mir sicher, ihr habt noch irgendwo in eurem Laden Platz für eine Spülmaschine – zur Not komm ich vorbei und helf euch suchen! Man braucht nicht immer antianti sein! Auch wenn ihr anfangt, mit dem Öko-Trend zu schwimmen geht ihr nicht unter! Nutzt eure Beliebtheit, es wird euch nicht schaden – großes Ehrenwort ohne Fingerkreuzen (ehrlich, ich bin evangelisch, bei uns darf man sowas nicht)!

Einen großen lowfat-sugarfree-iced-soya-caramelito auf euch meine Lieben,

eure vielleicht-wird-die-Brezn-bald-der-neue-place-to-be-Vanessa

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